Mag. Ingeborg Obereder

Mag. Ingeborg Obereder, Psychotherapeutin ARGE Spuren im Leben

 

Schmerz und Trauer um das verlorene Kind werden leichter überwunden, wenn dieses aus seiner „Unwirklichkeit“ und Namenlosigkeit heraustritt. Die meisten Frauen haben ein Gespür dafür, ob sie einem Buben oder einem Mädchen das Leben geschenkt hätten.

 

 Ich bitte Sie, Ihrem Kind einen Namen zu geben, damit die Beziehung zu ihm konkreter wird. Durch den Namen wird eine Person fassbarer, berührbarer. Das Abschiednehmen von dem verlorenen Kind, das Akzeptieren des Unabänderlichen wird so erleichtert. Rituale, sowohl bei der Verleihung eines Namens als auch beim Abschiednehmen vom betrauerten Kind, sind hilfreich. Eine weitere Möglichkeit wäre, einen schönen Bilderrahmen auszusuchen und aufzustellen. Das Bild in diesem Rahmen fehlt zwar, wie eben auch das Kind fehlt; aber in Ihrem Herzen hat es einen unverlierbaren Platz. In Ihrem Herzen können Sie dann auch Ihr Kind bei seinem Namen rufen und ihm ein Gesicht und eine Gestalt geben.